Mittwoch, Juli 30, 2008

Taskboard: Gute geklaut...

...ist besser als schlecht selbst gemacht :-)
Ich finde die Kanban-Ansätze von David J. Anderson interessant, beschrieben z.B. in seinem Blog-Eintrag Kanban in Action. Ich bin nicht in allen Punkten einer Meinung mit ihm. Er stellt es z.B. als Vorteil dar, dass er keine Iterationsplanung braucht. Ich bin mir aber nicht so sicher, ob es sich nicht vielleicht doch um einen Bug handelt, weil er keine Iterationsplanung machen kann. Aber das ist letztlich Spekulation. Ich keine sein Setting nicht im Detail.

Zwei Dinge habe ich aber bei ihm geklaut und in verschiedene Taskboards übernommen:
  1. Blockaden/Hindernisse
  2. Kapazitätsbeschränkungen
Blockaden/Hindernisse
Dass man Hindernisse bei den täglichen Standup-Meetings benennt und festhält, hat sich inzwischen allgemein durchgesetzt. Häufig werden diese einfach als Liste festgehalten. Man kann jedoch zwei Typen von Hindernissen unterscheiden: Hindernisse, die mich bei der Arbeit behindern und Blockaden, die die Weiterarbeit an einer Aufgabe blockieren (z.B. fehlende Zulieferungen von Dritten). Aufgabenbezogene Blockaden schreiben wir daher nicht mehr in die Hindernisliste, sondern kleben eine rote Haftnotiz auf die blockierte Aufgabe. Das gibt eine schöne Visualisierung einer häufig gruseligen Situation: Das Team arbeitet gar nicht an den Aufgaben mit der höchsten Priorität, sondern an den wenigen Aufgaben, die gerade nicht blockiert sind.

Kapazitätsbeschränkungen
In einem unserer Festpreisprojekte arbeitet das Team an einem großen Auftrag. Der Kunde ist sehr zufrieden mit unserer Arbeit und versorgt uns daher immer fleißig mit weiteren kleinen Aufträgen. Diese müssen wir schätzen - wir sind immer noch in der Festpreiskonstellation. Die Aufwandsschätzung liefert natürlich das Team selbst. Die Schätzungen durchzuführen, sind Aufgaben, die bei der Iterationsplanung eingeplant werden. Mitunter hat der Kunde aber soviele tolle neue Ideen, dass wir vor lauter Schätzarbeit (Vorleistung) gar nicht mehr zum Hauptauftrag kommen. Da hat es sehr geholfen, dass wir eine neue Kartenfarbe (blau) spendiert haben für solche Aufgaben ohne bezahlten Auftrag und das Taskboard in der Kapazität für blaue Karten auf "2 pro Iteration" beschränkt haben. Das sorgt dafür, dass wir unsere Zeit im Wesentlichen auf den Hauptauftrag konzentrieren können. Und bisher ist dem Kunden dadurch auch kein Nachteil entstanden.

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Kommentare:

jp hat gesagt…

Hi Stefan,

sehr interssanter Post und ich interpretiere, dass Du auch eher das konventionelle TaskBoad verwendest, statt einer Software.

Ich schreibe auf meinem Blog zum Theme Scrum und werde da auch auf Hindernisse und Blockaden eingehen und wie das Team das visualisiert.

Wenn's Dich interssiert, dann schau doch mal rein. inside-scrum

Gruss
jp

Stefan Roock hat gesagt…

Ja, richtig interpretiert. Ich präferiere klassische Low-Tech-Taskboards - also Karten oder Haftnotizen an der (Stell-)Wand.
Einer der Gründe dafür ist die einfache Anpassbarkeit. Von dem Moment der Idee der roten Haftnotizen zur Umsetzung dauert es 10 Sekunden (wenn man die Haftnotizen nicht erst noch kaufen muss). Bei Softwarelösungen ist die Anpassung i.d.R. nicht rentabel und selbst wenn die Software angepasst wird, dauert das viel zu lange.

Stefan

P.S.: Ich Deinen Blog sehe ich mal rein.

Stefan Roock hat gesagt…

Bei jp gibt es eine lustige Adaption der Hinderniszettel. Brüllende Fußballstars: http://inside-scrum.blogspot.com/2008/07/69er-taskboard.html